Roger Suffo 999
Sonne in der Nacht, aber ohne Zitrone bitte

Archive for the ‘Rezension’ Category

Rezension zu Aldous Huxley „Schöne neue Welt“

April 8, 2014

Vorweg: Das Buch ist meiner Meinung nach zurecht eine der ganz großen Dystopien überhaupt. Obwohl ich viele Auffassungen des Autors nicht teilen kann, habe ich es mit Interesse zuende gelesen. Eine starke Kulturkritik, aber … wiederholt kommt der enge Horizont des Autor zum Vorschein. Während die Idee, Ford eine Art Gottstatus zuzubilligen, genial zu nennen […]

Rezension zu John Wyndham: Ärger mit der Unsterblichkeit

Dezember 10, 2013

Wer sich mit DDR-SF beschäftigt, sollte zum Vergleich auch gelegentlich gen Westen gucken. Der Roman „Ärger …“ wirkt da ernüchternd: Nicht nur, dass überall nur mit Wasser gekocht wird, es ist eben SF im engen und weiten Sinn „politische Literatur“, die das Denken der jeweiligen Herkunftswelt des Autoren verrät. Die Herkunftswelt dieses Romans ist eben […]

Rezension zu Karl-Heiz Tuschel „Ein Stern fliegt vorbei“

November 15, 2013

Ich habe das Buch bis zu Enede gelesen und es nicht bereut. Trotzdem habe ich mich mehrmals vergewissert: Es stammt aus dem Jahr 1967. Mit welcher Naivität darin davon ausgegangen wird, dass in einer noch lange nach uns heute liegenden Zeit mit Loch- und Magnetstreifen gearbeitet werden würde, dass man von schweren Rechnersystemen ausgeht, deren […]

„Der lebende See“ von Slov ant Gali

November 5, 2013

Eine Sammlung von Stories zu rezensieren ist immer schwierig. Bei dieser besonders, weil von keiner Geschichte auf die nächsten geschlossen werden kann. Wenigstens zwei bieten skurrile Wege an, wie Slov ant Galis Lieblingsgesellschaft, so eine Art Kommunismus, erkämpft werden könnte, beide aber sicher nicht ernst gemeint. Immerhin führen ihn in der einen die Erde im […]

„Querfeldein ist nicht immer geradeaus“ von Gunda Jaron und Thomas Staufenbiel

November 5, 2013

Vorsicht: In diesem Buch versuchen zwei Autoren den nichts Böses ahnenden Leser immer wieder neu durch lockeres Geplauder zwischendurch so lange einzulullen, bis er mit der nächsten Pointe nicht mehr rechnet. Vor allem Gunda Jaron lässt ihre Leser mit offenbarem Vergnügen zappeln, bis er auf die ausgelegte falsche Spur reingefallen ist. Zumindest die FKK-Psychologie durchbricht […]

Rezension zu „Liebe m.b.H.“ von Slov ant Gali, Gunda Jaron und Ricardo Riedlinger

Oktober 24, 2013

Klar habe ich auch einige Liebesgedichte geschrieben. Das macht doch jeder mal. Aber nicht so verschiedene, nicht solche, die sich ein Paar zum Hochzeitstag schenken kann und kein Schmalz bleibt kleben, eher so ein hintergründiges Schmunzeln der Heineschen Art. Man kann das Buch auch als Lebensgeschichte lesen, angefangen mit nicht immer erfolgreicher Fühlung-Aufnahme, die Phase […]

Rezension zu Klaus Möckel „Die gläserne Stadt“

Oktober 15, 2013

Als Untertitel erlaubte sich der Verlag Das Neue Berlin „Phantastische Erzählungen“. Gerade wegen der Mehrdeutigkeit von „fantastisch“ eine Hochstapelei. Wer etwas über DDR-Literatur wissen will, sollte allerdings dieses Büchlein nicht ignorieren. Die meisten der sieben Geschichten sind eindeutige Kritiken an realen DDR-Problemen. Zumindest die Eröffnungsgeschichte „Der Irrtum“ aber halte ich für gescheitert. Sie hat einen […]

Rezension zu Gr. Adamow: „Das Geheimnis zweier Ozeane“

Oktober 8, 2013

Die Frage, wozu SF-Romane gut sind, ob sie also einen Platz innerhalb der „richtigen“ Literatur verdienen, stellt sich mir immer wieder – gerade, weil es so viel Trash dabei gibt. Aber sind nicht mehr als 80 % aller gelesenen anderen Bücher der „Belletristik“ auch Trash: Liebes- Arzt-, Heimat- und sonstwas für „Romane“? Der Adamow-Roman erschien […]

Rezension zu Michael Szameit „ Im Glanz der Sonne Zaurak“

September 22, 2013

Was erwartet man von einem SF-Roman? Je nach dem wird man diesen gut oder vielleicht bescheuert finden. Sein unbestreitbarer Vorzug: Er strotzt von geschickt gezügelter Fantasie und ist unterhaltsam und spannend. Leider leidet darunter die Logik, vor allem aber die Psychologik. Wer den Roman gleich ohne Kapitel 2 „Leander“ liest, kommt vielleicht zu anderen Schlüssen. […]

Rezension zu Klaus Klauß „Duell unter fremder Sonne“

Juli 2, 2013

Das Büchlein verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit. Das Grundmuster ist einfache SF: Ein kleines Raumschiff ist unterwegs zu einem Planeten, auf dem es intelligentes Leben geben könnte. Unterwegs gibt es eine Katastrophe. Der Kapitän stirbt, das Raumschiff behält nur Reste seiner Manövrierfähigkeit. Zum Überleben müssen die fünf Kosmonauten ein fast unmögliches Landeunternehmen starten, in […]